Fachabteilung Bundesvereinigung Torf- und Humuswirtschaft (BTH)

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Moorschutzprogramm Niedersachsen


Die Arbeiten für das Moorschutzprogramm wurden 1970 begonnen. Politisch wurde ein Paradigmenwechsel eingeleitet. Die Torfindustrie, die es bis dahin gewohnt war, nach der Abtorfung die Flächen der land- oder forstwirtschaftlichen Kultivierung zuzuführen, fand sich wegen der Befolgung dieses auch politisch vorgegebenen Ziels auf einmal in der Ecke der Umweltsünder wieder. Nach einer 1979 durchgeführten Umfrage bei den für die Torfabbaugenehmigung zuständigen Landespflegebehörden umfasste die genehmigte Folgenutzung Landwirtschaft 73 % der Abbauflächen, für Naturschutzzwecke waren nur 6 % vorgesehen.
Es musste ein Umdenken und eine Annäherung auf allen Seiten stattfinden.
1977 wurde durch das damals für den Naturschutz zuständige Landwirtschaftsministerium der Arbeitskreis "Moornutzung – Landespflege" mit Fachleuten des damaligen Niedersächsischen Landesamtes für Bodenforschung und Dezernates Naturschutz des Niedersächsischen Landesverwaltungsamtes eingerichtet.
Der Arbeitskreis erstellte eine landesweite Erfassung und Bewertung der Hochmoore aus bodenkundlicher und naturschutzfachlicher Sicht. Dabei wurden die Interessen von Wirtschaft und Naturschutz mit eingebracht.
Auf dieser fachlichen Grundlage entstand das 1981 von der Landesregierung beschlossene Niedersächsische Moorschutzprogramm. Der Teil I von 1981 betraf die Hochmoore mit torfwirtschaftlicher Bedeutung, 1986 kam Teil II für die übrigen Hochmoore des Flachlandes hinzu.

Zu den Zielen und Forderungen des Moorschutzprogramms gehört, dass ca. 50.000 ha nicht abgetorfter Hochmoorflächen (naturnahe Hochmoore und Degenerationsstadien) als Naturschutzgebiete (NSG) gesichert werden, weitere mindestens 31.000 ha Hochmoorfläche sollen nach Abtorfung regeneriert und ebenfalls als NSG gesichert werden.
Zum 31.12.2005 waren 41.979 ha als Naturschutzgebiete ausgewiesen, 3.796 ha befanden sich im Ausweisungsverfahren.
Damit sind ca. 52% der geforderten Naturschutzgebiets-Ausweisung bereits erreicht. Da sich ein Großteil der 31.000 ha Hochmoorfläche, die nach Abtorfung zu regenerieren und als Naturschutzgebiete zu sichern ist, noch über Jahrzehnte in Abtorfung befindet, ist diese Forderung nur langfristig umzusetzen.
Durch den Abbau können insbesondere bei stark durch Entwässerung beeinträchtigten Mooren die Wiedervernässungsmöglichkeiten verbessert werden. Indem die Torfindustrie den Rohstoff gewinnt und dafür die naturschutzfachliche Auflage der Wiedervernässung einzuhalten hat, können zudem die Kosten des Landes für den Moorschutz im Rahmen gehalten werden.
Durch das Moorschutzprogramm und die Einführung der Eingriffsregelung mit dem Niedersächsischen Naturschutzgesetz von 1981 wurden geänderte Folgenutzungen eingeleitet. Bei den in Niedersachsen jetzt noch laufenden Abbauvorhaben werden ca. 83 % der Fläche nach Abbauende für Naturschutzzwecke renaturiert werden. Bei neueren Abbaugenehmigungen ist die vollständige Renaturierung der abgetorften Fläche die Regel.
Am 14. Juni 2006 feierte das Land 25 Jahre Moorschutzprogramm. Sie finden die anlässlich des Festaktes gehaltene Rede der BTH hier: "25 Jahre Moorschutzprogramm Niedersachsen"



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